Poser, Hans

Lebensdaten: 1917–1970
Bestandsform: Nachlass
Signatur: N-006

Biographie:
* 8.10.1917, Tannenbergsthal/Vogtland, † 1.10.1970 Hamburg.
Bereits während seiner Zeit als Internatsschüler der Deutschen Oberschule in Auerbach (1929-1937) setzte sich Hans Poser mit Musiktheorie und Komposition auseinander. Von 1937 – 1945 war er Soldat, geriet jedoch 1940 in britische Kriegsgefangenschaft, die er bis zum Kriegsende in Kanada verbrachte. Während dieser Zeit widmete sich Poser intensiv der Musik, indem er unter anderem das bis zu 44-köpfige Lagerorchester leitete und sich vor allem als Autodidakt mit Kompositionslehre befasste und vereinzelt brieflichen Kontakt mit deutschen Komponisten (Hermann Grabner, Paul Hindemith) aufnahm. Ende 1946 kehrte er nach Deutschland zurück und ließ sich in Hamburg nieder, wo er bis Ende 1947 an der städtischen Schule für Musik und Theater (seit 1950 Staatliche Hochschule für Musik) bei Ernst Gernot Klussmann und Wilhelm Brückner-Rüggeberg studierte. Bereits in dieser Zeit erhielt er seinen ersten Lehrauftrag bis er 1962 Professor an der Hochschule für Musik in Hamburg wurde, an der er schließlich ab 1968 die Abteilung für Komposition und Musiktheorie leitete. Seit 1953 war er außerdem Mitglied der Akademie der Künste Hamburg. Hans Poser war verheiratet und hatte fünf Kinder. Am 1. Oktober 1970 starb er im Alter von 52 Jahren in Hamburg.

Als Komponist erlangte Hans Poser rasche Bekanntheit durch das Capriccio “Till Eulenspiegel” op. 35 (UA 1956). Sein vielfältiges Schaffen umfasst Orchester- und Klaviermusik, Chorwerke, Melodien für den Werbefunk und zwei Fernsehopern. Darüber hinaus ist sein Engagement für die Musikpädagogik, besonders die Kinder-, Jugend- und Schulmusik kennzeichnend. Er komponierte zahlreiche Kinderlieder und Laiensingspiele, auch im Hinblick auf Eignung für den praktischen Musikunterricht. Teilweise wurden die Texte dafür von ihm selbst verfasst. Seine kompositorische Handschrift ist kaum der musikalischen Avantgarde seiner Zeit zuzurechnen, sondern nähert sich vielmehr der traditionellen Verbundenheit in ästhetischer Nähe eines Neoklassizismus´ Paul Hindemiths an.

Für einige seiner Werke aus der Unterhaltungsmusik benutzte Hans Poser seit 1939 das Pseudonym Wolfgang Tannenberg.

Bestandsübersicht:
Der Nachlass umfasst die musikpraktischen und musiktheoretischen Manuskripte des Komponisten, Notendrucke, Korrespondenz sowie Tonaufnahmen. Der Bestand ist vollständig erschlossen.

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